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  1. 12.01.12
    Brennende Fragen zum Ampera

    ADAC Motorwelt Chefredakteur Michael Ramstetter schreibt über den neuen Opel Ampera. In diesem Blog...


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Stress beim Fahren

Stress beim Fahren

Stress ist sicher eines der am meisten missbrauchten Modeworte unserer Zeit. Im englischen Original ist "Stress" nichts anderes als eine technische Beanspruchung durch Druck, Spannung oder auch durch eine elektrische Feldstärke. Steht dieser Belastung eine wohl ausgewogene technische Lösung gegenüber, kann man diesen "Stress" eigentlich nichts negatives nachsagen.

Im Umgangssprachgebrauch beschreibt der Stress aber eine Mischung unerwünschter Einflüsse auf den menschlichen Organismus. Streng medizinisch betrachtet, ist Stress die Alarmreaktion, wenn der Körper durch Temperatureinflüsse, aber auch durch Infektionen oder gesteigerte Erregung belastet wird. Dabei kommt es zur erheblichen Abgabe von Wirkstoffen der Nebennierenrinde unter Einfluss bestimmter Hormone. Der menschliche Organismus kann aber mit sogenannten "Adaptionssyndromen" gewährleisten, dass er aus der Stresssituation unbeschadet wieder herausfindet.

Die Medizin hat sich mit dem Phänomen "Stress" in den vergangenen Jahrzehnten auch in Hinblick auf die Herzinfarktforschung in erheblichen Ausmaße auseinandergesetzt. So unterscheidet man zwischen positivem und negativem Stress. Eine positive Stresssituation kann zwar durch vorhandene Belastung vom menschlichen Organismus sehr gut aufgefangen werden, wenn die körperliche Belastung in oder nach der Situation den Abläufen im Gehirn angemessen erscheint. Beim Autofahren hingegen treten viel häufiger negative Stresserscheinungen auf, die sehr viel schwerer oder gar nicht beherrschbar sein können.

Negativer Stress beim Autofahren

Autofahren wird zunächst von der Mehrheit im offenen Gespräch kaum als wesentliche Belastung empfunden. Schließlich gehört Autofahren vielfach auch zur beliebten Freizeitbeschäftigung. Das sportlich aufgemotzte Auto, mit Spoiler und tiefer gelegt, muss mit heruntergekurbelten Fenstern und aufgedrehtem Radio der breiten Umgebung auf einer möglichst belebten Straße vorgestellt werden.

Negativer Stress

Es überwiegt das Imponiergehabe, und das Auto ist längstens zum Teil der Persönlichkeit geworden. Weder das Bedienen der Autotechnik, wie Schalten und Lenken, noch das Beobachten des Verkehrsablaufes wird zur Belastung oder gar als Stress empfunden. Diese Betrachtung kann sich schlagartig ändern, wenn bei einem überzogenen Fahrmanöver plötzlich die Hinterachse des Autos auf nassem Asphalt ausbricht. Der Autofahrer muss sofort reagieren, um einen Unfall oder die Kollision mit dem Bordstein zu vermeiden. Die Belastung erfordert eine Spitzenkonzentration, und es zeigt sich für den Bruchteil einer Sekunde so etwas wie "Stress". Ist das Fahrmanöver vorbei, wird der kurze Stress vom Körper sehr gut beherrscht. Aber es gibt auch andere Beispiele, die zeigen, wie heftig negativer Stress die Substanz belastet.

Nach vielen harten Arbeitswochen beginnt endlich der lang ersehnte Urlaub. Nach umfangsreichen Urlaubsvorbereitungen sitzt die Familie im eng bepackten und überladenen Auto, und die Fahrt beginnt auf der überfüllten Autobahn. Ein heißer Sommertag führt zu einem unangenehmen Innenklima. Es ist heiß und schwül. Zu allem Überfluss bleibt das Auto auch noch im Stau hängen. Endlich ist der Grenzübergang überwunden, aber am nächsten Berg zeigen sich am Motor erste Überhitzungserscheinungen. Das Auto muss in die Werkstatt, und alles am ersten Urlaubstag, wobei das Ferienziel noch weit entfernt ist.

All diese Faktoren führen natürlich zu einer außergewöhnlichen Belastung, und hier muss zu Recht von negativem Stress gesprochen werden, denn der zunehmende Druck auf die Familie ist nicht beherrschbar. Nach Durchleben einer solchen Gesamtsituation müsste der Autofahrer eigentlich die Joggingschuhe anziehen und einen Waldlauf hinter sich bringen. Auch Holz hacken oder eine andere körperliche Betätigung wären in der Lage, die Stresslage ohne körperlichen Schaden zu klären.

Da all dies in der Praxis aber unterbleibt, wirken derartige Dauerstresskomplexe negativ auf den Organismus. Dabei sind natürlich ältere Autofahrer mehr gefährdet als jüngere, deren Widerstandskraft größer ist.

Kampf den Stressoren

In viele Stresssituationen geraten Autofahrer ohne jedes eigene Verschulden. Als klassisches Beispiel kann man den nicht verschuldeten Unfall oder auch den Stress im Stau einer Autobahnbaustelle bezeichnen. Andererseits gibt es durchaus eine große Anzahl von Stressoren, die man durch Vorsorge gar nicht erst aufkommen lassen muss.

Termindruck

Als Belastung beim Autofahren wird allgemein der Termindruck empfunden. Hier gilt die Faustregel, lieber eine Stunde eher abfahren, als zu knapp kalkulieren. Im Geschäftsleben ist die Einhaltung von Terminen allgemein üblich und erforderlich. Jeder Geschäftspartner hat aber Verständnis dafür, wenn man unverschuldet, etwa durch einen Autobahnstau, zu spät zu einem Termin kommt.

Im Urlaub kann man Terminprobleme, etwa zum Erreichen einer Fähre oder zur Einhaltung eines Buchungstermins im Hotel, ebenfalls durch entsprechendes Zeitpolster vermeiden.

Reiseplanung mit der Checkliste

Gründliche Reiseplanung

Für den täglichen Weg zur Arbeit oder für kleinere Reisen sind Checklisten entbehrlich. Vor größeren Reisen bewähren sich allerdings Checklisten, auf denen man festhält, welche Dinge unbedingt mitgenommen werden müssen. Auch die Vorsorge im Haus oder Wohnung ist in dieser Liste festzuhalten. Als klassische Stressfrage gilt in diesem Zusammenhang immer wieder die Frage: "Hast du das Wasser daheim abgestellt?"

Autotechnik prüfen

Wer mit einem technisch fehlerhaften Auto auf die Reise geht, löst erhebliche Stressbelastungen für alle Insassen aus. Dies gilt für die Urlaubsreise genauso wie für einen Kurzausflug am Wochenende, wenn kaum Werkstätten offen sind. Das fahren mit ständigem Blick auf das Kühlwasserthermometer oder eine bange Frage, ob die Bremse den nächsten Rückstau noch aushält, muss zwangsläufig Unsicherheit verursachen. Deshalb Stress einfach dadurch vermeiden, dass man sein Auto nicht nur selbst kennenlernt, sondern auch Fehler diagnostiziert und diese dann behebt oder beheben lässt. Zweifelhafte Kompromisse bei der Reparatur sind vermeidbare Stressoren.

Körperliche Fitness

Moderne Autos erfordern ein Minimum körperlicher Anstrengung. Das öffnen der Fenster übernimmt ein Elektromotor und die Servolenkung hat die Lenkkräfte im wesentlichen abgebaut. Selbst beim Betätigen der Bremse muss das Bremspedal nur noch lässig angetippt werden. Damit entfällt aber auch der aktive Muskeleinsatz, und es kommt in der für den Körper schwer verträglichen und ungewohnten Dauersitzhaltung zur Muskelermüdung durch Verspannung und gestörter Durchblutung. Wer körperlich fit ist. kann solche Situationen noch am besten kompensieren. Zur Vermeidung solcher statischer Schäden sollte man die Sitz- und wenn möglich auch die Lenkradposition von Zeit zu Zeit variieren, oder eine kleine Pause mit Bewegung einlegen.

Stress durch Ermüdung

Müdigkeit am Steuer

Das Fahren auf unseren Straßen erfordert ein Maximum an Konzentration. Besonders bei Kolonnenfahrten, wenn ständig die Rücklichter vorausfahrender Fahrzeuge beobachtet werden müssen, können je nach körperlicher Konstitution und nach Alter des Fahrers schon nach etwa ein bis zwei Stunden die ersten Ermüdungserscheinungen auftreten. Die Symptome verstärken sich bei der Nachtfahrt, man kann die Augen nur noch schwer aufhalten und der Körper reagiert auf Sauerstoffmangel durch verstärktes Gähnen. Die Lichter entgegenkommender Fahrzeuge werden zunehmend als extrem blendend eingestuft, weil auch die Augen durch die Dauersehleistung übermüdet sind. In dieser Situation heißt das Gebot: Fahrt abbrechen oder eine Pause einlegen!

In der Fahrpause, die keinesfalls hinter dem Lenkrad absolviert werden sollte, ist körperliche Bewegung sinnvoll. Schon das abseits vom Rasthaus geparkte Auto und ein kurzer Fußmarsch fördern die Durchblutung und man fühlt sich wieder fit. Vielfach findet man auf Rastplätzen einfache Sportgeräte, eventuell auch ein Fitnessparcours, der innerhalb weniger Minuten die körperliche Frische zurückbringt. Allerdings kann man nach einem anstrengenden Fahrtag mit keiner wesentlichen Verbesserung der Situation rechnen. Hier hilft nur eines: nämlich die Fahrt unterbrechen, übernachten und am Morgen in aller Früh weiterfahren. Die Kosten für die Übernachtung sind wesentlich geringer als die Unfallrechnung für das eigene Auto.

Richtige Ernährung

Ein Schweinbraten mit Knödel und ein Bier fördern die Stresssituation hinter dem Lenkrad einfach deshalb, weil der Magen mit seiner Verdauungstätigkeit den Körper belastet. Es fehlt an der notwendigen Aufmerksamkeit. Auch ein aufputschendes Getränk (Kaffee, Tee oder Cola) helfen dabei wenig. Deshalb gehören zur Reise und zum Autofahren immer eine leichte Ernährung auf der Basis von Obst, Gemüse sowie die Einnahme alkoholfreier Getränke. Die kräftige Nahrung ist dann ein Fall für den Abend nach der anstrengenden Fahrt.

Lärm und Hitze

Auch auf Kurzstreckenfahrten sind Lärm und Hitze berühmte Stressoren, die den Aufenthalt hinter dem Lenkrad erheblich erschweren. Schließlich gibt es in Arbeitsräumen und Fabrikhallen längst Grenzwerte für diese Art von Körperbelastung. Deshalb im Auto während der Fahrt die normale Lautstärke einhalten und keine Bässe aufdrehen: Wie störend dieser Lärm ist, bemerkt man häufig erst, wenn die Fahrt zu Ende ist und man das Dröhnen immer noch in den Ohren hat, obwohl das Radio längst abgestellt ist. Der Hitzestau hinter dem Lenkrad sollte durch zugfreie Belüftung des Innenraums gewährleistet sein.